Hier und jetzt

Ich fühle mich wie in einer Art Zwischenzustand bzw. Wartezeit.

Mir fällt auf, dass es mit Schmerzen und Übelkeit noch viel schwieriger ist als sonst, so ganz im “Hier und Jetzt” zu sein...

Habe das Gefühl, gar nicht richtig am Leben teilzuhaben, da ich eigentlich nur darauf w a r t e , dass es mir endlich besser gehen möge.

Ich kann halt auch nicht wirklich das tun, worauf ich Lust habe. Längeres Sitzen bereitet mir Schwierigkeiten, Bücher lesen finde ich unter Schmerzen oder Übelkeit auch anstrengend, und Spazierengehen geht zwar, aber auch nur begrenzt.

Wenn ich raus gehe, habe ich das Gefühl, ich befinde mich in einer Parallelwelt. Um mich herum alle in ihrem Alltag, in meiner Vorstellung alle gesund, und ich bin komplett aussen vor, weil es mir so geht, wie es mir geht…..

Und dann die Gedanken, wielange es mir wohl noch so geht…. wann wird das alles wieder besser, was machen die nächsten Chemos mit mir, und so weiter.

Dabei scheint heute die Sonne, es ist ein wunderbarer Tag! War vorhin schon bei der Lymphdrainage und bin durch den Park gelaufen. Das tut einfach nur gut, sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Im nächsten Moment kam aber schon wieder die Übelkeit hoch und die Freude am Moment war weg.

Ist wirklich gar nicht so leicht für mich, Tage, an denen es mir nicht gut geht, trotzdem mit schönen Momenten zu füllen, den Tagen Sinn zu geben, Freude zu haben.

Und dabei habe ich ja “nur” physischen Stress. Wie mag es da den Menschen gehen, die nicht so gute OP-Ergebnisse bzw. ganz andere Prognosen als ich haben??