Die Warum-Frage

Ich bin seit 2002 Buddhistin. Und ich muss sagen, dass ich gerade während der Krebsgeschichte gemerkt habe, wie froh ich darüber bin!

Fragen wie “warum nur ich? bin ich schuld?...” wurden hinfällig. Im Buddhismus geht man von Karma aus, was oft fälschlicherweise als Schicksal übersetzt wird. Karma bedeutet Ursache und Wirkung. Und wenn ich davon ausgehe, dass ich schon ein paar Leben auf diesem Planeten verbracht habe, dann habe ich halt im letzten Leben oder denen davor, die Ursachen so gesetzt, dass sie jetzt in diesem Leben zum Tragen kommen. Insofern brauche ich mir die oben genannten Fragen gar nicht zu stellen. Das fand ich eine grosse Erleichterung.
(trotzdem war mir natürlich die Arbeit bei Dr.Weber wichtig! Alles wollte ich jetzt auch nicht dem Karma zuschreiben!)
Aber ich muss schon zugeben, dass, obwohl ich Buddhistin bin und an Wiedergeburt glaube, ich trotzdem Angst vor dem Tod habe (bin halt auch (noch) nicht erleuchtet :-)
Ich fand es aber spannend dann genauer hinzusehen, vor was genau ich da eigentlich Angst habe. Und ich meine herausgefunden zu haben, dass es gar nicht die Angst vor dem Tod selbst ist, also dem nicht mehr da sein bzw was passiert dann mit mir, sondern viel mehr die Angst leiden zu müssen, mich von meinen Liebsten verabschieden zu müssen, keine Zeit mehr für ganz viele Dinge zu haben ( eine glückliche Partnerschaft zu leben, Zeit mit Freunden/Familie zu verbringen, schöne Reisen und Erlebnisse, mich so zu entwickeln, das ich sagen kann “ok, jetzt ist es Zeit, jetzt kann ich gehen” usw.)



Durch die Konfrontation mit diesem Thema werden auf einmal die "kleinen Dinge" wichtig.
Vieles kam mir auf einmal sehr banal vor.
Und trotzdem merkte ich im Laufe der Jahre, wie schnell ich doch wieder im Alltagsstrudel “gefangen” war. Mir Probleme machte, wo keine waren, mich über Dinge ärgerte oder aufregte, und so weiter…
Vielleicht lerne ich es ja jetzt!