OP-Gewalt und Verarbeitung

Diesen Artikel möchte ich für all diejenigen schreiben, denen durch Operationen, ich nenne es ganz bewusst “Gewalt angetan wurde” . Ich weiss, dass sich das extrem anhört und die Ärzte den Patienten helfen wollen und viele OPs ihre Berechtigung haben und Leben retten. Trotzdem fühlt sich so ein Eingriff in den Körper wie Gewaltanwendung an und wird im Körper gespeichert. Ich kann mir gut vorstellen, dass das bei einer Knie-oder Hüft-OP vielleicht anders empfunden wird, aber wenn einem die Brustwarze, Gebärmutter und Eierstöcke rausgeschnitten werden, ist das eine tiefe Verletzung. Ich glaube, dass kann auch nur derjenige richtig nachempfinden, der gleiches oder ähnliches am Körper mitgemacht hat. Ich habe im Austausch mit anderen Frauen festgestellt, dass es da den meisten ähnlich geht, aber kaum jemand darüber redet, weil einen kaum jemand versteht. Ärzte sowieso nicht. Hauptsache die bösen Krebszellen sind rausgeschnitten, der Rest wird nicht beachtet.

Ich war heute bei einer Frau, die u.a. Körperarbeit in Form von Ganzkörpermassagen macht. Bei den Berührungen kam da ganz viel von den oben erwähnten Verletzungen hoch. Es tat weh und war aber gleichzeitig auch ein gutes “Rauslassen” der Traurigkeit. Es war schmerzvoll, mich sozusagen im Geiste nochmal von Gebärmutter und Eierstöcken zu verabschieden und damit auch endgültig vom Kinderwunsch loszulassen.

Was aber sehr schön war, als sie die Hand an der Stelle hatte, wo die Gebärmutter war und meinte, sie kann die Energie nach wie vor spüren. Ich solle da mal reinatmen und nachfühlen. Das Organ kann weg sein, die Energie aber ja trotzdem nach wie vor da sein. Der Gedanke/dieses Gefühl fühlt sich sehr tröstlich für mich an. Und es stimmt ja auch: ist ja mit dem ganzen Körper so. Wenn wir sterben, stirbt die Hülle, die “Energie”(unser Bewusstsein) bleibt! (ich sehe das zumindest so)

Vielen lieben Dank Hanna Krohn! (www.hannakrohn.de)