Krebsangst

Die letzten Tage und Wochen waren eher nicht so schön. Es kamen teilweise ganz viele Sachen hoch, dann die Frustration, dass es wohl viel länger dauern wird als gedacht, dass mein Körper wieder fit ist. Eventuell habe ich jetzt für mindestens noch ein Jahr mit Taubheit in Fusssohle und Oberschenkel, Gelenkschmerzen, die vor allem morgens ziemlich unangenehm sind, Muskelschmerzen etc zu tun.

Zudem hatte ich die letzten Tage immer grössere Panik, dass es wieder losgeht….. Die Angst kommt wie eine Tsunamiwelle dahergeschossen und wirbelt dich durch und macht dich verrückt….ein echtes Scheissgefühl

Ich hatte wohl die letzten Wochen etwas zuviel gegessen, auf jeden Fall merkte ich, dass die OP-Naht sehr unangenehm zu spannen anfing. Daher habe ich die letzten 1,5 Wochen extra weniger gegessen und aber trotzdem zugenommen und mein Bauch wölbte sich, so dass ich sofort an Aszites denken musste (das ist recht typisch bei Eierstockkrebs, da bilden Krebszellen ein sogenanntes Bauchwasser - das was ich im Dezember in der Lunge hatte- da kann es auch vorkommen.)

Unsicherheit und Panik waren sofort da. Da kann ich noch so sehr versuchen, meinen Verstand einzusetzen und mich zu beruhigen, das funktioniert nur sehr bedingt. Ja, ich weiss, es sind nur Gedanken, aber in dem Moment haben diese Gedanken so eine Power, dass es mir schwerfällt, im Abstand zu bleiben. Ich habe bisher aber keinen Krebsbetroffenen kennengelernt, dem es nicht ähnlich geht. Ist also ganz normal, wenn man schon einmal ( oder zweimal) so eine Diagnose bekommen hat. Die Angst und Panik wird zum Begleiter.

Und wenn ich mich auch noch so sehr dagegen sträube und sie einfach nur “weg” haben will, ist sie ja doch da.

Da bin ich dann wieder bei der Übung des Annehmens…

Ich hatte heute sowieso einen Termin beim Oberarzt im Krankenhaus, was praktisch war, somit konnte der Panik gleich auf den Grund gegangen werden.

Und dann lag ich da auf der “Pritsche” , das Ultraschallgerät kreiste über den Bauch und ich hoffte einfach nur, dass der Arzt nicht gleich mit einer Horrormeldung daherkommt…..Achterbahn der Gefühle…..arghhh.

Und Juchuuu! ALLES sieht gut aus! Dann der Check der Blutwerte: Tumormarker so niedrig wie nie zuvor! Es gibt also keinen Grund zur Beunruhigung!

Da war dann die Info über das Avastin und die weitere Vorgehensweise ziemlich egal.

Bin selten so erleichtert und beschwingt aus diesem Krankenhaus gegangen.

Puuuh, was für ein (Gedanken-)Film…..