Avastin, mal wieder

Wie ich ja schon am Freitag geschrieben hatte, hatte ich einen Termin beim Oberarzt, um noch einmal über das Avastin und die Nebenwirkungen zu sprechen.

Ich war eigentlich schon so weit, dass ich die Therapie abbreche.

Mein Bauchgefühl war ja von Anfang an gegen dieses Medikament. Und eigentlich möchte ich meiner Intuition vertrauen und folgen. Aber wie ich ja auch schon geschrieben hatte, dieser Krebs diesmal hat mich einfach weichgekocht und ich bin immer wieder ziemlich verunsichert ( wie man ja auch bei meinem letzten Beitrag gesehen hat).

Interessanterweise hatte ich letzte Woche ein Gespräch mit einem Gynäkologen in einem privaten Umfeld, der mir sagte, dass meine Nebenwirkungen auch typisch für das Avastin seien. Er sei aber der Ansicht, dass sich die Beschwerden nicht mehr wirklich verschlimmern würden, da ich ja jetzt schon ein paar Mal das Medikament bekommen habe und es sich dann meistens nicht mehr verschlechtert.

Ich fand diese Aussage sehr interessant, da die Ärzte in meinem Krankenhaus von Gelenkschmerzen und Polyneuropathie in Bezug auf das Avastin nicht wirklich etwas wussten, oder wie mein Oberarzt jetzt meinte, er das bisher von keiner Patientin in dem Maße kannte.

Oben genannter Gynäkologe sagte in dem Gespräch auch, dass in Bezug auf die Nebenwirkungen auch immer wichtig ist, mit welcher Einstellung der Patient da rangeht.... hmmm, spannend. Einerseits so etwas mal von einem Arzt zu hören, andererseits wurde es mir wieder so klar, dass das ganze Zeug jetzt daher kommt, da ich mich ja von Anfang an nicht wohl gefühlt habe mit dem Medikament.

Da er mir auch das Weiternehmen empfahl, sollte ich wohl doch noch mal intensiver an meiner Einstellung arbeiten (mir war das eigentlich auch schon vorher klar gewesen und ich habe bei der letzten Infusion auch schon versucht, da anders ranzugehen, aber nach dem Gespräch wurde mir das noch bewusster)

Mein Oberarzt meinte, wenn die Schmerzen nicht mehr aushaltbar sind, müsste ich Ibuprofen nehmen, dann müssten aber die Nieren noch genauer gecheckt werden, da das Avastin ja auch auf die Nieren gehen kann. (vor allem bei langfristiger Anwendung)

Zum Glück sind die Schmerzen im Moment so, dass sie nicht immer da sind. Schlimm ist es halt aus dem Ruhezustand heraus, wenn ich mich dann aber eine Weile bewege, dann geht es ganz gut. Wenn ich allerdings dann lange in Bewegung bin, dann kommen die Schmerzen wieder. Wenn es jetzt so bleiben würde und sich nicht verschlechtert, dann wäre das auch noch ohne Schmerzmittel auszuhalten. Die Frage ist dann nur, was ist, wenn ich dann mal viele Tage am Stück arbeite. Inwieweit das dann auszuhalten ist. Aber das wird sich dann auch zeigen.

Jetzt hoffe ich einfach mal, dass der eine Arzt recht hat und es sich nicht verschlechtert. Und ich lerne es anzunehmen und damit zu leben, dass es jetzt halt eine ganze Weile noch weh tun und taub, heiss, unangenehm und so weiter sein wird…