Aussenwelt-Innenwelt

Äusserlich bin ich wieder ganz “die alte”. Man sieht mir die Krankheit nicht mehr an, ich kann wieder arbeiten und bin so für meine Aussenwelt wohl wieder vollkommen wiederhergestellt, als wäre nichts gewesen. Selbst die Krankenkasse möchte einen detallierten Fragebogen von den Ärzten ausgefüllt haben, weshalb ich mich scheinbar immer noch immer wieder mal krankschreiben lasse.

Und ich ertappe mich auch dabei, dass ich mich überfordere, weil es mir doch wieder gut geht und ich auch wieder die Dinge so tun möchte wie früher.

Aber es ist nicht so wie früher. Mein Körper ist nicht wirklich gut belastbar. Füsse und Beine schmerzen immer noch. Im Moment wieder mehr. Ich weiss nicht, ob das von dem Avastin kommt, dass ich vorletzte Woche mal wieder bekommen habe, oder ob ich mich bei einem kleinen Ausflug übernommen habe.

Lange Arbeitstage sind anstrengend und selbst Reisen, auch wenn ich viel sitze, stecke ich nicht so gut weg.

Das Angestrengtsein wirkt sich dann natürlich auch auf die Verfassung insgesamt aus. Merke aber zum Glück recht schnell, wann ich “Schnappatmung bekomme” und es Zeit wird, mich zurückzunehmen.

Und auch die Unsicherheit bzw Angst , dass der Krebs wiederkommt schwingt unterbewusst halt doch immer mit. Es ist jetzt nicht so, dass ich jeden Tag voller Angst daran denke (daher schreibe ich lieber Unsicherheit, als Angst), aber ich merke, wenn mir aus Versehen eine Überlebensstatistik über den Weg läuft, oder ich lese, wer von den anderen Krebsbloggern schon wieder gestorben ist, oder eine Untersuchung ansteht, dass mich das verunsichert, beschäftigt, nachdenklich macht, auch wenn ich tief in mir das Gefühl habe, das war’s, ich bin geheilt. Zumal ich mich ja, von den Nebenwirkungen und noch nicht wiederhergestellter Fitness abgesehen, wirklich gut fühle und sehr zuversichtlich bin!