• Avastin, mal wieder

    Wie ich ja schon am Freitag geschrieben hatte, hatte ich einen Termin beim Oberarzt, um noch einmal über das Avastin und die Nebenwirkungen zu sprechen.

    Ich war eigentlich schon so weit, dass ich die Therapie abbreche.

    Mein Bauchgefühl war ja von Anfang an gegen dieses Medikament. Und eigentlich möchte ich meiner Intuition vertrauen und folgen. Aber wie ich ja auch schon geschrieben hatte, dieser Krebs diesmal hat mich einfach weichgekocht und ich bin immer wieder ziemlich verunsichert ( wie man ja auch bei meinem letzten Beitrag gesehen hat).

    Interessanterweise hatte ich letzte Woche ein Gespräch mit einem Gynäkologen in einem privaten Umfeld, der mir sagte, dass meine Nebenwirkungen auch typisch für das Avastin seien. Er sei aber der Ansicht, dass sich die Beschwerden nicht mehr wirklich verschlimmern würden, da ich ja jetzt schon ein paar Mal das Medikament bekommen habe und es sich dann meistens nicht mehr verschlechtert.

    Ich fand diese Aussage sehr interessant, da die Ärzte in meinem Krankenhaus von Gelenkschmerzen und Polyneuropathie in Bezug auf das Avastin nicht wirklich etwas wussten, oder wie mein Oberarzt jetzt meinte, er das bisher von keiner Patientin in dem Maße kannte.

    Oben genannter Gynäkologe sagte in dem Gespräch auch, dass in Bezug auf die Nebenwirkungen auch immer wichtig ist, mit welcher Einstellung der Patient da rangeht.... hmmm, spannend. Einerseits so etwas mal von einem Arzt zu hören, andererseits wurde es mir wieder so klar, dass das ganze Zeug jetzt daher kommt, da ich mich ja von Anfang an nicht wohl gefühlt habe mit dem Medikament.

    Da er mir auch das Weiternehmen empfahl, sollte ich wohl doch noch mal intensiver an meiner Einstellung arbeiten (mir war das eigentlich auch schon vorher klar gewesen und ich habe bei der letzten Infusion auch schon versucht, da anders ranzugehen, aber nach dem Gespräch wurde mir das noch bewusster)

    Mein Oberarzt meinte, wenn die Schmerzen nicht mehr aushaltbar sind, müsste ich Ibuprofen nehmen, dann müssten aber die Nieren noch genauer gecheckt werden, da das Avastin ja auch auf die Nieren gehen kann. (vor allem bei langfristiger Anwendung)

    Zum Glück sind die Schmerzen im Moment so, dass sie nicht immer da sind. Schlimm ist es halt aus dem Ruhezustand heraus, wenn ich mich dann aber eine Weile bewege, dann geht es ganz gut. Wenn ich allerdings dann lange in Bewegung bin, dann kommen die Schmerzen wieder. Wenn es jetzt so bleiben würde und sich nicht verschlechtert, dann wäre das auch noch ohne Schmerzmittel auszuhalten. Die Frage ist dann nur, was ist, wenn ich dann mal viele Tage am Stück arbeite. Inwieweit das dann auszuhalten ist. Aber das wird sich dann auch zeigen.

    Jetzt hoffe ich einfach mal, dass der eine Arzt recht hat und es sich nicht verschlechtert. Und ich lerne es anzunehmen und damit zu leben, dass es jetzt halt eine ganze Weile noch weh tun und taub, heiss, unangenehm und so weiter sein wird…

  • Krebsangst

    Die letzten Tage und Wochen waren eher nicht so schön. Es kamen teilweise ganz viele Sachen hoch, dann die Frustration, dass es wohl viel länger dauern wird als gedacht, dass mein Körper wieder fit ist. Eventuell habe ich jetzt für mindestens noch ein Jahr mit Taubheit in Fusssohle und Oberschenkel, Gelenkschmerzen, die vor allem morgens ziemlich unangenehm sind, Muskelschmerzen etc zu tun.

    Zudem hatte ich die letzten Tage immer grössere Panik, dass es wieder losgeht….. Die Angst kommt wie eine Tsunamiwelle dahergeschossen und wirbelt dich durch und macht dich verrückt….ein echtes Scheissgefühl

    Ich hatte wohl die letzten Wochen etwas zuviel gegessen, auf jeden Fall merkte ich, dass die OP-Naht sehr unangenehm zu spannen anfing. Daher habe ich die letzten 1,5 Wochen extra weniger gegessen und aber trotzdem zugenommen und mein Bauch wölbte sich, so dass ich sofort an Aszites denken musste (das ist recht typisch bei Eierstockkrebs, da bilden Krebszellen ein sogenanntes Bauchwasser - das was ich im Dezember in der Lunge hatte- da kann es auch vorkommen.)

    Unsicherheit und Panik waren sofort da. Da kann ich noch so sehr versuchen, meinen Verstand einzusetzen und mich zu beruhigen, das funktioniert nur sehr bedingt. Ja, ich weiss, es sind nur Gedanken, aber in dem Moment haben diese Gedanken so eine Power, dass es mir schwerfällt, im Abstand zu bleiben. Ich habe bisher aber keinen Krebsbetroffenen kennengelernt, dem es nicht ähnlich geht. Ist also ganz normal, wenn man schon einmal ( oder zweimal) so eine Diagnose bekommen hat. Die Angst und Panik wird zum Begleiter.

    Und wenn ich mich auch noch so sehr dagegen sträube und sie einfach nur “weg” haben will, ist sie ja doch da.

    Da bin ich dann wieder bei der Übung des Annehmens…

    Ich hatte heute sowieso einen Termin beim Oberarzt im Krankenhaus, was praktisch war, somit konnte der Panik gleich auf den Grund gegangen werden.

    Und dann lag ich da auf der “Pritsche” , das Ultraschallgerät kreiste über den Bauch und ich hoffte einfach nur, dass der Arzt nicht gleich mit einer Horrormeldung daherkommt…..Achterbahn der Gefühle…..arghhh.

    Und Juchuuu! ALLES sieht gut aus! Dann der Check der Blutwerte: Tumormarker so niedrig wie nie zuvor! Es gibt also keinen Grund zur Beunruhigung!

    Da war dann die Info über das Avastin und die weitere Vorgehensweise ziemlich egal.

    Bin selten so erleichtert und beschwingt aus diesem Krankenhaus gegangen.

    Puuuh, was für ein (Gedanken-)Film…..

  • Methadon

    Seit einiger Zeit wird immer wieder über Methadon in der Krebsbehandlung gesprochen. Auch durch Fernsehsendungen wie Plusminus oder SternTV ist das Thema in die breiten Öffentlichkeit gebracht worden.

    Jeder weiss jetzt sozusagen Bescheid und jeder Krebskranke muss einfach ein bisschen Methadon nehmen und ist geheilt. Ich übertreibe jetzt ein bisschen, habe aber in “meiner” Krebs-community auf Facebook Kommentare an Krebskranke gelesen, da kann man nur mit dem Kopf schütteln.

    Aber auch wenn es jetzt nicht das alleinige Allheilmittel ist, finde ich extrem interessant, was die Ärztin Dr. Friesen in Ulm herausgefunden hat. Umso mehr schockiert mich mal wieder die Haltung vieler Schulmediziner, die das ganze nicht interessiert bzw. die Tatsache, dass dieser Ärztin scheinbar keine Forschungsgelder zur Verfügung gestellt werden.

    Das ist wirklich ein Schlag ins Gesicht eines jeden Patienten, dem es egal ist, ob die Pharmaindustrie nur Forschungen finanziert, bei der sie fett mitverdienen kann. Betroffenen möchten einfach nur wieder gesund werden.

    Und dann macht eine Ärztin eine wirklich interessante Entdeckung, die enorm weiterhelfen könnte und keiner will eine grossangelegte Studie finanzieren.

    Methadon ist einfach zu günstig, damit ist kein grosses Geld zu machen.

    Das macht mich einfach nur wütend auf dieses ganze “Gesundheitssystem” in dem wir stecken und manipuliert werden.


    Ich habe Methadon nicht ausprobiert. Einerseits hatte ich erst nach meinem 4.Zyklus davon erfahren, andererseits hatte ich ja das Glück, das die Chemo bei mir gut angeschlagen hatte. Ich hätte es aber auf jeden Fall ausprobieren wollen, wenn die Dinge anders gelaufen wären. Da hätte ich mich dann allerdings auf die Suche begeben müssen, denn die Ärzte im Krankenhaus sind dagegen, wie ich letztens im "Chemo-raum" mitbekommen habe, als ich zur Avastin-Infusion dort saß.


    Genaue Infos, auch zu der Wirkungsweise des Methadon unter:

    https://www.biokrebs.de/therapien/weitere-therapie...

    Ebenso zu diesem Thema:

    Methadon: Eine differenzierte Betrachtung von Dr.Irmey, Ärztlicher Direktor der GfBK:

    https://www.biokrebs.de/images/download/Newsletter...

  • Vitamin D

    Eigentlich hätte ich mir einen anderen Tag aussuchen müssen, um das Thema noch wirkungsvoller zu unterstreichen, denn heute scheint den ganzen Tag die Sonne :-))

    Da das aber in Hamburg in letzter Zeit bzw im Winter sehr selten der Fall ist, haben viele Menschen, die in unseren Breitengraden oder noch nördlicher leben, häufig einen Mangel an Vitamin D.

    Vitamin D wird nicht nur für den Knochenstoffwechsel benötigt, sondern für die reibungslose Funktion fast aller Zellen und Organe:

    - es senkt die allgemeine und kardiovaskuläre Sterblichkeit

    - es kräftigt die Knochen und Muskulatur, senkt das Risiko für Stürze, Frakturen und Osteoporose

    - es verbessert die Gefässgesundheit, den Blutdruck und die Herzmuskelleistung

    - es stärkt das Immunsystem, hilft bei Allergien und verringert das Risiko für Atemwegsinfekte

    - es hilft bei Nervenerkrankungen

    - es unterstützt eine gesunde Schwangerschaft

    und ist auch bei Krebs hilfreich:

    es verringert das Krebsrisiko und verbessert die Krebstherapie.

    “Letzteres konnte in jüngster Zeit bei Brust- und Darmkrebs sowie bei anderen Tumorarten (wie Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Lungenkrebs, Prostatakrebs, Hautkrebs etc.) gezeigt werden. Hier konnten hohe Vitamin D-Konzentrationen im Blut nicht nur das Neuauftreten von Tumoren reduzieren, sondern auch bei vorhandenen Krebserkrankungen das Auftreten von Rezidiven oder Metastasen verhindern und die Überlebenschancen verbessern. Eine Berechnung aus den U.S.A. ergab, dass die Anhebung des Vitamin- D-Spiegels durch die Gabe von 2000 I.E. täglich jedes Jahr etwa 58.000 neue Fälle von Brustkrebs verhindern könnte.

    ...Die Wirkung auf Krebserkrankungen wird vor allem auf die antientzündliche und immunstabilisierende Wirkung von Vitamin D zurückgeführt. Außerdem sind Tumorzellen auch direkt durch Vitamin D beeinflussbar, indem es an der Zelldifferenzierung angreift und den natürlichen Zelltod beeinflusst. So verhindert Vitamin D unkontrolliertes Wachstum von unreifen Zellen und ermöglicht die Reifung zu funktionstüchtigen Zellen. Das könnte eine Erklärung sein, warum unreife, schnell wachsende sog. G3-Tumore bei Vitamin D-Mangel häufiger auftreten.” (Infoblatt GfBK Vitamin D)

    Wissenschaftler haben in zahlreichen Studien mittlerweile belegen können, dass eine gute Vitamin D-Versorgung vor Rückfällen und Metastasen schützen kann (v.a. bei Brust- und Darmkrebs). Eine Studie zeigte, dass bei Frauen mit einem verminderten Vitamin D-Spiegel das Risiko für eine Metastasierung nahezu verdoppelt war im Vergleich zu Frauen mit ausreichender Vitamin D-Versorgung.

    Die richtige Dosierung sollte natürlich mit einem Heilpraktiker oder Arzt besprochen werden. Am besten vorher den 25-Hydroxy-Vitamin-D-Spiegel im Blut messen lassen. Werte um 50ng Vitamin-D pro ml Blut gelten als optimal.

    Es werden dann je nach Blutwerten 2000-4000 I.E.(Internationale Einheit) täglich empfohlen.

    Nach neuesten Erkentnissen (Dr.Jörg Spitz, Präsident der GfBK) ist das Vitamin im Organismus besser wirksam, wenn es täglich in kleineren Dosen gegeben wird, als z.B. 2x wöchentlich in sehr hoher Dosis. Hier wird von sogar 6000 I.E. täglich gesprochen.

    Was eine Überdosierung angeht schreibt die GfBK:

    “Sie brauchen keine Angst vor einer Überdosierung zu haben. Viele Ärzte haben inzwischen Erfahrung mit der Gabe von hoch dosiertem Vitamin D, ohne dass Beschwerden wie z. B. Durchfälle, Übelkeit oder Gelenkschmerzen auftreten. Lediglich Menschen mit zu viel Kalzium im Blut sollten kein Vitamin D einnehmen. Vorsicht geboten ist auch bei Menschen mit Nierensteinen.”

    Mein Heilpraktiker hat mir Tropfen vom Hersteller Vitaplex empfohlen, die ich über die website www.deltastar.nl bestelle.

    Vitamin D3 flüssig, 2000 I.E. pro Tropfen kosten dort 52,97€

    (beim Preisvergleich darauf achten, wieviele I.E. pro Tropfen! Das ist sehr unterschiedlich!)

  • oncovia.com

    Der heutige Artikel könnte auch unter der Rubrik Gesundheit bzw “gut zu wissen” stehen, da es aber auch viel um Wohlbefinden und Schönheit geht, steht er hier.

    Es gibt eine sehr schöne Internet-Seite mit dem Namen oncovia.com/de!

    Hier gibt es Produktinfos, Online-shop und weitere Informationen zum Thema Krebs. Ich finde es sehr toll, dass das auf einer website zusammengefasst ist, somit muss “frau” nicht lange rumsuchen, sondern hat praktischerweise ganz viele Infos auf einer Seite. Das Angebot reicht von Perücken, Chemotücher und -turbane, Unterwäsche und Klamotten über Kosmetik und Makeup bis hin zu spezieller Kleidung für Prothesen.

    Ausserdem werden vielfältige Ratschläge zu den unterschiedlichsten Themen gegeben.

    Die Seite und den Shop haben 2 Schwestern ins Leben gerufen, deren Mutter an Krebs erkrankte und sie hautnah miterlebten, was bei einer Krebserkrankung so alles auf einen zukommt und mit welchen Hilfsmitteln das Leben zumindest etwas erleichtert werden kann.

    Unter der Rubrik Kosmetik/Makeup gibt es z.B. die Firma ColeurCaramel, die Lippenstifte mit Jojoba-Öl und Sheabutter anbietet. Die Konsistenz fühlt sich sehr angenehm pflegend auf den Lippen an und die Farbe Koralle z.B. gibt einen schönen frischen Look.

    Es gibt Nagellacke der Firma Eyecare, die Silicium und Urea enthalten.

    Silicium schützt und stärkt die Nägel. Harnstoff hilft gegen Austrocknung und Verformung der Nägel. Ich habe selbst festgestellt, dass die Nägel während/ nach der Chemo brüchig und dünn wurden, da ist so ein Lack eine gute Hilfe dagegen!

    Neu und interessant ist für mich, dass man Rizinusöl zur Anregung des Haarwachstums verwenden kann. Da gibt es ein Bio-Öl von der Firma Centifolia.

    Ich kann einen Blick auf die Seite mit dem Motto “Be you. Be beautiful” nur empfehlen!

  • Frustrationstag

    Ich hab keinen Bock mehr auf diese Krebsscheisse...
    Könnte heute einfach nur abkotzen...
    Nach der letzten Chemo dachte ich, super jetzt kann es ja nur noch aufwärts gehen, jetzt wird alles ganz schnell besser, und nach der Reha bin ich wieder richtig fit.

    Und jetzt : dieses totale Kaputtsein wie während der Chemo ist zwar nicht mehr da, dafür wird das mit der Polyneuropathie immer schlimmer.... Und kein Mensch kann mir sagen, ob das jetzt immer schlimmer wird, wielange ich die Beschwerden habe, ob es jemals wieder weg geht usw.

    (habe gestern gelesen, dass bei 30-50 von 100 Betroffenen, die Beschwerden langfristig bleiben, na prima…)

    Habe vor allem Angst, dass es die Hände auch treffen könnte, denn dann kann ich arbeiten wohl vergessen...
    (so ab und zu fängt es schon mit Kribbeln und komischen Fingerspitzen an)

    Klar, es könnte alles schlimmer sein, aber mir reicht das mit den Beinen grad voll. Kann nicht mehr ohne Beschwerden laufen, dieses extreme Heissgefühl ist so unangenehm, bei längerem Stehen brennen die Füße derart, das ist nicht lustig....

    Heute die Wohnung geputzt und mein Körper fühlt sich an, als hätte ich heftigstes Krafttraining mit anschliessendem Langstreckenlauf gemacht… alles tut weh.

    Und wenn es dem Körper nicht so gut geht, bin ich auch immer gleich anfällig für den Rest. Heute schaffe ich auch kein reflektiertes “Zurechtrücken”.

    Fühl mich so scheisse alleine…..mit der ganzen Angst und allem…..heute geht nur noch heulen….so Tage gibt es halt auch.

  • A.Moorjani "Heilung im Licht"

    Meine “Begleitung” in der Reha war das Buch “Heilung im Licht” von Anita Moorjani.

    Da erzählt eine schwer krebskranke Frau von ihrer Nahtoderfahrung und was das danach für ihr Leben bedeutete. Ein sehr inspirierendes und berührendes Buch!

    Einerseits erkenne ich mich da teilweise wieder ( was ihr Verhalten/Leben vor ihrer Erkrankung angeht), zudem macht sie ganz deutlich, worum es eigentlich geht im Leben und ich kann da viel für mich rausziehen.

    Bevor ich versuche mit meinen eigenen Worten doch nicht ganz das ausdrücken zu können, was sie schreibt, zitiere ich ein paar Passagen:

    “Oh mein Gott, was für ein unglaubliches Gefühl! Ich bin so frei und leicht. Wie kommt es, dass ich in meinem Körper keinen Schmerz mehr empfinde? Wohin ist der plötzlich verschwunden?

    Hey, warum scheint sich meine ganze Umgebung von mir zu entfernen? Aber das erschreckt mich gar nicht! Warum habe ich keine Angst? Wohin hat sich meine Angst verflüchtigt? Wahnsinn, ich kann meine Angst nicht mehr finden!

    Das waren einige meiner Gedanken, als man mich in höchster Eile ins Krankenhaus schaffte. Die Welt um mich herum begann sich surreal und traumgleich auszunehmen und ich fühlte, wie ich vom Bewusstsein immer weiter weg glitt und in ein Koma fiel. Meine Organe begannen zu versagen, als ich mich dem Krebs ergab, der in den vier Jahren zuvor meinen Körper verwüstet, nein, verschlungen hatte.

    …..Erst da setzte wahrhaft die Erkenntnis ein, dass ich im Sterben lag.

    Oh… Ich sterbe!.... so fühlt sich das also an? So habe ich es mir nie vorgestellt. Ich fühlte mich so wunderbar friedvoll und ruhig… Und endlich geheilt!

    Dann begriff ich, dass, selbst wenn mein physischer Körper zu existieren aufhörte, in dem umfassenderen Gewebe des Lebens dennoch alles perfekt ist; denn wir sterben nie wirklich.

    Ich war mir nach wie vor jeder Einzelheit des sich entfaltenden Geschehens genau bewusst und beobachtete, wie mich ein Team von Medizinern auf die Intensivstation karrte. Sie umgaben mich mit fieberhafter Aktivität, schlossen mich an Apparate an und hantierten mit Nadeln und Schläuchen.

    Ich empfand nichts für den schlaffen Körper auf dem Krankenhausbett. Ich hatte nicht das Gefühl, dass er mir gehörte. Er sah viel zu klein und unbedeutend aus, um das, was ich erlebte, in sich beherbergen zu können. Ich fühlte mich frei, befreit, wunderbar, großartig! Aller Schmerz, alle Qual, alle Traurigkeit und Kummer waren verschwunden. Ich trug keinerlei Ballast und konnte mich nicht entsinnen, mich jemals so gefühlt zu haben - noch nie.

    Dann hatte ich das Gefühl, von etwas umfangen zu werden, dass ich nur als reine, bedingungslose Liebe beschreiben kann. Aber selbst das Wort Liebe wird dem nicht gerecht. Es war die größtmögliche Art von Wertschätzung und noch nie zuvor hatte ich dergleichen erlebt. Es war jenseits von jeder uns vorstellbaren Form körperlicher Zuneigung, und es war bedingungslos - dies kam mir zu, ganz gleich, was ich jemals getan hatte. Ich musste nichts tun oder mich auf bestimmte Weise verhalten, diese Liebe zu verdienen. Diese Liebe galt mir, ganz gleich was!

    Ich war in diese Energie gleichsam eingetaucht und fühlte mich durch sie erneuert. Ja, sie gab mir ein Gefühl von Zugehörigkeit, so als sei ich nach all den Jahren des Kampfes, des Schmerzes, der Furcht und der Angst schließlich angekommen.

    Endlich war ich nach Hause gekommen.”

    “Unsere einzige Verpflichtung besteht darin, die Liebe zu sein, die wir sind, und zuzulassen, dass uns die Antworten, die wir in uns tragen, auf die für uns beste Weise erreichen…..

    Ich sah alle Ereignisse als Bestandteil eines sich entfaltenden größeren Abenteuers, und das gab mir das Gefühl, das Leben frisch und neu anzufangen.

    Ich wusste, dass mein Lebensinn und -zweck darin bestand, meine Tapisserie zu erweitern und mehr und größere Erfahrungen in mein Leben zu lassen. Also versuchte ich, in all den Bereichen, in denen ich vorher Begrenzungen wahrgenommen hatte, die Grenzen des für möglich gehaltenen auszudehnen.

    Ich begriff, dass ich nur, wenn ich mich selbst liebe, mich nach innen wende, meinem Herzen folge und tue, was mir Freude bereitet, zu echter Freude und wahrem Glück finden kann. Ich entdeckte, dass wenn mein Leben richtungslos zu sein scheint und ich mich verloren fühle, es in Wahrheit bedeutet, dass ich das Gespür für mein Selbst verloren habe. Ich bin dann nicht mit der Person verbunden, die ich wirklich bin, bin nicht mit dem verbunden, das zu sein ich hergekommen bin.

    Ich glaube, dass bei mir der Krebs mit meinem Selbstwert und Identitätsgefühl zusammenhing: er war der Weg meines Körpers, mir zu sagen, dass meine Seele um den Verlust ihres Eigenwertes -ihrer Identität- trauerte. Wenn ich gewusst hätte, wer ich wirklich bin, hätte ich keinen Krebs bekommen.

    Allerdings schlage ich vor, die Krankheit oder ihre Symptome nicht als etwas zu betrachten, dass man wie einen Feind “loswerden muss”. Denn das ist eine auf Angst gegründete Reaktion. Für mich ist das Auftreten der Symptome der Versuch meines Körpers, mich zu heilen. Ich weiß, dass wenn ich die Krankheit mit einer feindlichen Einstellung zu beseitigen versuche, ich schließlich das Gegenteil erreichen werde; dann mache ich sie mir zum Feind und grabe mich immer tiefer in eine Mentalität des Krankseins ein.

    … ich würde versuchen, mich so weit wie möglich davon zu befreien, dass meine Gesundheit in einer bestimmten Verfassung sein muss, damit ich glücklich sein kann; und ich würde im jeweiligen Augenblick Freude schaffen, so als wäre ich bereits gesund. In der Gegenwart zu leben, heißt nicht, dass wir irgendwelchen emotionalen Ballast von einem Zeitabschnitt zum nächsten mitschleppen. Jeder Moment ist einmalig und unwiederholbar. Ob wir unsere Ängste mitschleppen und uns in der Krankheit einnisten, ist unsere Entscheidung.

    Machen Sie einfach das Beste aus jeder Minute, leben Sie voll und ganz, und tun Sie Dinge, die sie glücklich machen, gleich ob Sie nur noch einen Monat oder 100 Jahre zu leben haben.

    Nun, meine Essgewohnheiten haben sich seit meiner Nahtoderfahrung geändert, aber ich fürchte nicht so wie Sie denken! Ich war paranoid, was das Essen angeht. Ich war strikte Vegetarierin. Ich nahm nur Bioprodukte zu mir, aß makrobiotisch, nahm zusätzliche Vitamine und trank Weizengrassaft- und zwar bevor ich krank wurde. Ich glaubte, dass alles Krebs verursacht, angefangen bei der Mikrowelle bis hin zu den Konservierungsstoffen. ich ernährte mich äußerst gesund- aber aus der Angst heraus.

    Jetzt esse ich, worauf auch immer ich Lust habe. Ab und zu esse ich Schokolade und trinke Wein oder Champagner. Ich achte darauf, dass mir das Essen und das Leben Spaß machen! Ich glaube, glücklich zu sein ist wichtiger als alles andere.

    Es ist alles andere als lustig, immer diese so genannten “gesunden” Nahrungsmittel zu sich zu nehmen und miesepetrig zu sein, weil man Angst hat, krank zu werden. Wenn wir ängstlich sind, führt das zu einer Reihe anderer Probleme. Unser Körper ist tatsächlich sehr viel widerstandsfähiger, als wir meinen, vor allem wenn wir glücklich sind und nicht unter Stress stehen.

    Und wenn ich mich nun dafür entscheide gesund zu essen, dann tue ich das aus Liebe statt aus Angst. Das ist meine Vorgehensweise in allen Lebensbereichen, und ich lade Sie ein, es genauso zu machen.

    Ich wünschte mir, dass Sie wissen, dass jeder Teil von Ihnen großartig ist – Ihr Ego, Intellekt, Körper und Geist. Denn genau das sind Sie - ein wunderschönes Geschöpf dieses Universums. Jeder Aspekt von Ihnen ist vollkommen. Sie müssen nichts loslassen, nichts vergeben, nichts erlangen. Sie sind schon alles, was Sie sein müssen. Das kann so kompliziert erscheinen, ist es aber nicht.

    Wenn eine Religion ihnen das Gefühl vermittelt, dass Sie weniger wertvoll sind als ihre Gottheiten, dann haben Sie sie entweder missverstanden oder die Religion übermittelt die Wahrheit nicht gut. Wenn ein Guru, Lehrer oder Meister Ihnen das Gefühl gibt, “noch nicht” erleuchtet zu sein und noch mehr “lernen”, “aufgeben” oder “loslassen” zu müssen, bevor Sie erleuchtet werden, dann vermitteln diese Ihnen nicht gut, wer Sie in Wahrheit sind oder Sie missverstehen sie.

    Erinnern Sie alle Ihnen nahestehenden Personen daran, stets sie selbst zu sein, und sagen Sie ihnen, dass Sie sie so lieben, wie sie sind! Denn sie sind vollkommen und Sie selbst sind es auch. Es gibt nichts, was nicht liebenswert ist. Das meiste Leid entspringt dem Gefühl, “weniger oder geringer als” zu sein. Doch sie sind nicht weniger wert oder geringer als irgendetwas oder irgendwer! Sie sind vollständig, vollkommen.

    Das Einzige, was Sie zu lernen haben, ist, dass Sie schon sind, wonach Sie immer streben. Bringen Sie einfach ihre Einzigartigkeit ohne Furcht, mit Leib und Seele zum Ausdruck. Dafür sind Sie so geschaffen, wie Sie sind, und deshalb sind Sie hier in der stofflichen, dinglichen Welt.”

  • Es sprießt wieder

    Juhuuu! Die Haare kommen wieder! Auf dem Kopf jetzt auch so ungefähr auf jeder Haarwurzel und nicht jeder 5., wie es eine zeitlang war und ziemlich dürftig aussah. (hatte sie deshalb auch immer ganz abrasiert). Aber jetzt habe ich einen richtigen dunklen “Haarschatten”, jetzt sieht es endlich nicht mehr nach Krebsi aus!

    Und auch die Wimpern und Augenbrauen sprießen wieder. Kein “Pierluigi Collina” mehr im Spiegel! Endlich! Ist schon doof, wenn man jeden Tag nur beim Blick in den Spiegel daran erinnert wird, was gerade los ist. Einerseits habe ich mich wie im falschen Film gefühlt, andererseits war es einfach sooo offensichtlich, dass es kein Film ist, sondern pure Realität. Daher freue ich mich jetzt umso mehr, dass man (und ich) nicht mehr sofort “den Krebsi” sieht. Hat sowas wie Rückkehr in den Alltag, in die Normalität…. zumindest äusserlich!

  • Dilemma

    Letzter Tag in der Reha. Die Zeit verging wie im Flug. Hätte gerne ganze 3 Wochen gemacht, aber da ich einen Job Anfang nächster Woche habe, fahre ich morgen schon.

    Ist schon irgendwie ein Dilemma, mit dem Kranksein bzw sich Erholen und dem Arbeiten. Hier in der Klinik wurde auch ein Blutcheck gemacht und danach bei der Visite meinte die Ärztin, dass der Leukozytenwert noch nicht so gut ist, und ein Hinweis darauf ist, dass mein Körper noch Ruhe und Erholung braucht und sie mich “arbeitsunfähig” entlassen würde…. Ich hatte ja gedacht, ich mach die Reha und kann danach wieder voll loslegen. Hmmmm….

    Merke aber auch selber, dass sämtliche Regenerationsfähigkeit des Körpers einfach länger dauert als sonst. Ich hab voll euphorisch ganz viel gemacht und muss jetzt feststellen, dass es zuviel war, v.a. für die Gelenke. Zudem ist das mit den Nervenschädigungen in den Füssen und Beinen eher schlechter als besser. Habe z.B. vor allem nachts total heisse Füsse, aber nur innerlich gefühlt, äusserlich sind sie normal bis kalt. Das ist ziemlich komisch….

    Wenn ich lange sitze, sind die Füsse wie eingeschlafen….und so weiter….

    Muss also weiterhin sehr geduldig bleiben und nicht zu viel wollen.

    Aber die Kombination aus Arbeiten und sich Erholen ist halt als Freiberufler auch nicht so einfach. Ich kann das Timing der Jobs ja leider nicht selber bestimmen.

    Jetzt hoffe ich halt, dass ich da in Zukunft einen guten Mittelweg finde, so dass ich es schaffe, immer wieder in mich reinzuhören und auch ehrlich mit mir zu sein. Und dann eben Jobs mal abzusagen bzw nicht anzunehmen.

    Was aber auch nicht so ganz einfach ist, denn der finanzielle Druck ist ja auch noch da.

    Das alles hat mich jetzt doch ziemlich beschäftigt die letzten Tage….

    Frage mich dann auch, ob ich das alles auf die leichte Schulter nehme oder wie ich damit umgehen soll. Ich fühle mich eigentlich ganz gut und dann kommen die Ärzte und sagen, dass ich vorsichtig sein soll, mich schonen soll, dass Eierstockkrebs eine sehr ernste Angelegenheit ist,etc....und da fährts mir dann richtig rein und ich habe das Gefühl, ich unterschätze das alles. Also wo liegt das Gefühl jetzt richtig, und wo nicht???

    Ansonsten hat es mir sehr gut getan hier.

    Klar kamen schon so einige Themen hoch.

    Manchmal ganz unerwartet: Als ich in der Sauna saß und eine Frau mit abgeschnittener Brust mir gegenüber saß, daneben eine Frau mit kleiner operierter Brust, und ich an mir runtergeguckt hab mit all den Narben, da kam in mir der ganze Schmerz hoch. Ich fühlte so mit den Frauen mit, aber auch mein eigener Schmerz über das ganze “Beschnitten-worden-sein”, das “Verletzt-worden-sein” durch die ganzen OPs. Das sitzt einfach im Körper drin und tut weh…..