• die Anspannung steigt

    20.12.2016

    Heute ist nochmal die Lunge punktiert worden. Verschafft Erleichterung, auch wenn es jedesmal anstrengend ist….
    Die Anspannung wächst, die Nervosität steigt: morgen 8:30 1.Zyklus
    puh, auch wenn ich irgendwo erleichtert bin, dass es “losgeht” und ich hoffe, dass dadurch jetzt meine Lunge bald wieder besser wird, bin ich wahnsinnig aufgeregt…. schon ein komisches Gefühl, das Mega-gift durch den Körper gejagt zu bekommen, keine Ahnung zu haben, was für Nebenwirkungen wohl so auf mich zu kommen werden (da gibt es eine ganze Palette von)
    Ich versuche aber ganz positiv da ran zu gehen. Dass sozusagen reinigende heilende Flüssigkeit durch mich fliesst, die nur die Krebszellen kaputtmacht und alles andere heile lässt….


  • OP Chemoport

    19.12.2016

    Heute wurde der Chemoport eingebaut ( dh in einer etwa 20minütigen OP unterhalb des linken Schlüsselbeines unter Lokalbetäubung reinoperiert.
    Klar, es gibt angenehmeres, aber schlimm war s auch nicht.
    Wenn die schmerzmittel nachlassen, tut es schon noch recht weh.
    übermorgen geht s los…..
    Die Lunge wurde seit samstag immer schlechter, heute nachmittag hatte ich auf einmal das Gefühl, dass es leicht besser geworden ist! ein kleines: Juhuu!
    Eigentlich sollte morgen nochmal punktiert werden, jetzt mal sehen, wie es morgen ist.


  • Lunge macht mich fertig

    17.12.2016

    Immer noch Krankenhaus. Warten auf die Chemo.
    Die letzten 3 Tage waren ganz gut. Die Lunge war am Mittwoch wieder punktiert worden. So doof das punktieren ist (diesmal wieder arger Hustenanfall), erleichtert es doch sehr. Hab einfach gleich immer viel mehr Luft.
    Jetzt war die grosse Hoffnung, dass die Lunge gut bleibt bis zur Chemo. Leider läuft es wieder nach.
    Das macht mich immer gleich fertig, weil die Angst hoch kommt. Die Feststellung, wie sich mein Körper verselbständigt, die Angst, es nicht zu schaffen usw….
    Ohne die Lungenproblematik wäre das ganze echt einfacher. Aber gut, es ist ja wie es ist, und ich möchte ja nicht dagegen ankämpfen, sondern lernen, die Dinge so zu nehmen wie sie sind.
    Gestern gutes Telefonat mit der Biologischen Krebsabwehr. Eine Menge Infos, dass ich bei Nebenwirkungen einiges machen kann bzw. wie ich meinen Körper gut aufstellen kann.
    Gerade war noch eine Freundin zu Besuch, die sich mit TCM auskennt. Sie hat mich an bestimmten Punkten etwas geknetet und meinte dann, dass mein Körper Ruhe brauche, aber dass er Kraft hat und zäh ist. :-))) das höre ich doch gerne! sowas baut mich auf!
    Ja, ich schaffe das!


  • Endlich Diagnose!

    13.12.2016

    Heute war ein guter Tag!

    Ich habe heute schon früher als geplant erfahren erfahren, dass die Krebszellen keine Brustkrebsmetastasen sind sondern neuer Eierstock Krebs. Was jetzt auch nicht toll ist, aber eine bessere Heilungschance hat als ein Rezidiv. Irgendwie bin ich total erleichtert und habe das erste Mal seit langer Zeit ganz tief in mir das Gefühl und auch das Vertrauen dass ich es schaffe. Das fühlt sich richtig gut an!
    Ab nächster Woche soll die Chemo beginnen, zuerst drei Zyklen, danach soll operiert werden und dann noch einmal drei Zyklen.
    Wegen der Lunge habe ich das Gefühl, die Chemo machen zu müssen, und dass sie diesmal auch gut für mich ist.irgendwie komme ich da schon durch!!!


  • Brustkrebsgeschichte

    Brustkrebsgeschichte

    Diagnose und OP

    Kurz nach meinem 40. Geburtstag im Mai 2009 spürte ich auf einmal ein komisches Ziehen und Jucken in meiner rechten Brust. Da es nur 2 Tage andauerte machte ich mir keine Gedanken. Als es nach ca 6 Wochen wieder auftauchte, dachte ich zuerst an Zyklusbeschwerden, da es auch wieder verschwand. Als die Abstände der Schmerzen und des Juckens jedoch immer kürzer wurden, war mir doch nicht mehr wohl bei der Sache und ich liess mich untersuchen.Das war dann Ende Juli.
    Zunächst: Ultraschall bei der Frauenärztin. Sie meinte, es sei ein Knoten sichtbar, das sei aber wohl ein harmloses Fibroadenom, überwies mich aber an eine Röntgenärztin, um sicherheitshalber eine Mammographie machen zu lassen. Über den Knoten konnte diese nicht viel sagen - Geschwulste waren bei meinem dichten Brustgewebe im Röntgenverfahren nur schwer zu erkennen - sie diagnostizierte aber einen Herd an Mikroverkalkungen in meiner linken Brust. Im Röntgenbild sehen sie aus wie kleine weisse Punkte. Sie können harmlos sein, aber auch Vorstufenzellen von Krebs sein. Daher riet sie mir dringend zu einer Operation.
    Um aber über den Knoten noch genaueres festzustellen , schickte sie mich zur Kernspintomographie.
    Also, nächster Termin. Da ich im August auf einer längeren Jobreise war, ergab sich der Kernspintermin dann erst Ende August. Kontrastmittel in die Venen, ab in die Röhre.... ein paar Tage warten auf Ergebnis:
    War auf einem Job in Berlin, da erhielt ich den Anruf, dass das Kontrastmittel bei dem Knoten angeschlagen hatte, was kein gutes Zeichen sei... ich solle aber doch erst nochmal einen Termin bei meiner Frauenärztin machen, um das weitere Prozedere zu besprechen.
    Jobbedingt verzögerte sich dieser Termin dann wieder, so dass ich erst Mitte September den Termin hatte.
    Danach war dann klar, dass ich mich auf jeden Fall operieren lassen sollte, allein schon aufgrund der Mikroverkalkungen. Also wurde ein Termin für Ende Oktober ausgemacht, ich sollte aber doch vorher noch eine Stanzbiopsie des Knotens vornehmen lassen, um bei positvem, sprich schlechten Befund, schon im Vorfeld reagieren zu können ( bei der OP Lymphknotenbefall testen lassen, etc)
    Stanzbiopsie: eine dicke Nadel wird in die Brust geschossen, um eine Gewebeprobe zu nehmen.
    Dann sollte ich 3 Tage später zur Ergebnissbesprechung kommen. Da ich aber einen 10 Tagesjob über die Zeit hatte und frühmorgens kein Termin möglich war, musste das ganze telefonisch passieren.
    Am Freitag den 25.9.2009 vormittags während dem Job wurde mir dann mitgeteilt, dass der Knoten bössartig sei, sprich BRUSTKREBS! der Arzt riet mir zur sofortigen OP, ich hatte aber noch meine Jobreise Mitte Oktober im Kopf und meinte, das würde nicht gehen... -ich war natürlich unfähig einen klaren Gedanken zu haben - und da der jetzige Job auch noch 8 Tage lief, war eine Besprechung erst am 5.10. möglich.
    Den Jobtag am 25. hab ich noch irgendwie so hinbekommen ( vor allem bei dem Gedanken: wie sage ich es den anderen kamen mir sofort die Tränen, musste mich aber ja zusammenreissen, da ich unter keinen Umständen wollte, dass die anderen etwas davon mitbekamen. Ich war so froh, als ich endlich zuhause war und endlich losheulen konnte!
    Ein Glück war, dass eine Freundin gleich kommen konnte und mir sofort Adressen und Frauen nannte, von denen sie wusste, dass sie auch Krebs hatten oder mit dem Thema in welcher Form auch immer zu tun hatten.
    3 Tage nach der Diagnose konnte ich schon eine der Frauen treffen. Bezeichnender Weise lieh sie mir ein Buch mit dem Titel "Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist ein Scheibe" und erzählte, dass sie mit Chemo angefangen hatte, aber nach dem 2.Zyklus abgebrochen hatte, da sie es nicht mehr ausgehalten hatte.
    Das Buch und auch Geschichten von anderen Frauen, machte mir klar, dass es nicht nur den einen schulmedizinischen Weg gab, sondern viele verschiedene und sozusagen jeder den eigenen, für sich passenden finden muss.....

    5.10 OP-Vorbesprechung
    Da wurde mir dann gesagt, dass sehr wahrscheinlich die Brustwarze der rechten Brust weggeschnitten werden muss, da der Tumor zu dicht dran liegt..... da konnte ich mich dann nicht mehr beherrschen und musste losheulen..... und musste mir einen doofen Kommentar von dem Arzt anhören....ich weiss es leider nicht mehr genau,was er gesagt hat, hab mich aber wie der Volltrottel gefühlt und hätte ihn gerne gefragt, wie er sich fühlen würde, wenn man ihm sagen würde 1/3 von seinem besten Teil müsste jetzt mal eben so abgeschnitten werden.... in dem Moment war ich aber leider nicht so schlagfertig.

    2 Tage später OP.
    Morgens noch einen Draht in die Brust gepickst bekommen, um die Mikroverkalkungen zu lokalisieren....kein Vergnügen...
    Ansonsten lief alles gut!
    Die Wächterlymphknoten waren nicht befallen, somit wurden Metastasen weitestgehend ausgeschlossen und es mussten keine weiteren Lymphknoten herausgeschnitten werden!( Knochenszintigramm und Ultraschall von inneren Organen bekräftigten den Ausschluss von Metastasen)
    Und, was für mich sehr wichtig war, meine Brustwarze konnte erhalten bleiben. Durch das “Brustwarzenversetzen” zwar beide mit nicht mehr soviel Gefühl, aber immerhin, ich hatte sie noch!


    Die Tage im Krankenhaus verbrachte ich u.a.mit Internetrecherche über unterschiedlichste Krebstherapien und war somit schon ganz gut gewappnet für das Gespräch der weiteren Therapieempfehlung.
    Da mein Tumor ziemlich bössartig und zudem östrogenabhängig war, war die schulmedizinische Empfehlung:
    adjuvante Chemotherapie 6 Zyklen
    Bestrahlung
    5 Jahre Antihormontherapie mit Tamoxifen

    Ich solle mir das ganze durch den Kopf gehen lassen und in ein paar Tage wieder kommen.
    Mitgegeben wurde mir ein Faltblatt, 4 DinA4 -Seiten Nebenwirkungen der Chemo.....allein das Durchlesen der 4 Seiten trieb mich zur absoluten Verzweiflung und Heulkrämpfen.... einfach nur schrecklich.
    Und mir war klar: nein, nein, nein!!!


    Finden des Therapieweges

    Durch die Gespräche mit betroffenen Frauen, Literatur und Recherche war mir klar geworden, dass es unterschiedliche Wege der Therapie gibt.
    Früher dachte ich immer: Krebs heißt gleich Chemotherapie!
    Dabei gibt es auch alternative Wege zum Gesundwerden. Das zu sehen, hat mir damals viel Mut gemacht. Zuerst jedoch lagen quälende Wochen vor mir. Was ist richtig für m i c h? Wie finde ich den richtigen Weg für mich? Was, wenn ich mich falsch entscheide... und so weiter.

    Wie schon geschrieben:die Therapieempfehlung des Arztes im Krankenhaus lautete:
    6 Zyklen Chemotherapie
    Bestrahlung
    5 Jahre Anti Hormontherapie

    Laut Statistik: die Wahrscheinlichkeit dass der Krebs nicht wiederkommt hätte nur mit der Operation in meinem Falle bei 85 % gelegen.
    Chemotherapie und Anti-Hormontherapie zusammen hätten die Wahrscheinlichkeit um 10 % erhöht.
    Nach den ganzen Nebenwirkungen-infos dachte ich nur: Wahnsinn. Für 10% das ganze Gift in meinen Körper…..
    Der Arzt legte mir aber dringend nahe, alles zu machen! ( mein Alter, die Bössartigkeit des Tumors, etc)

    Durch einen Kontakt landete ich bei einer TCM-Ärztin (Barbara Kirschbaum). Dieser Termin sollte wegweisend werden!
    Sie konnte mir keine, wie von mir gewünscht, alternative Gesamttherapie anbieten, sondern “nur” unterstützende Massnahmen zur schulmedizinischen Therapie.
    Im Gespräch sagte sie allerdings, dass sie es so interessant findet, dass viele Frauen, 2 Jahre nachdem sie eine dramatische Veränderung, Schockerlebnis oder ähnliches erlebt hatten, Brustkrebs bekommen. Ich sass da, musste sofort losheulen, weil sie mich bis ins Mark getroffen hatte:
    2 Jahre zuvor hatte sich mein damaliger Partner von mir getrennt, weil ich ein Kind, Familie haben wollte. Was ist näher an diesem Thema dran, als die weibliche Brust!
    Mir wurde schlagartig klar, woher mein Krebs kam. Das war der Ansatz, darum musste ich mich kümmern!
    Sie erzählte mir von einem Arzt, dessen Ansatz es ist, durch, wie sie es nannte “Körperreisen”, den Ursachen der Erkrankung auf den Grund zu gehen:
    Dr. Weber in Hamburg.

    Da ich erst für 3 Wochen später einen Termin bei Dr.Weber bekam, machte ich mich weiter auf die Suche.
    Interessant fand ich den Termin bei Oncolight/Dr.Brockmann. Sein Vorschlag war eine niederdosierte Chemotherapie in Verbindung mit Hyperthermie.
    Ich konnte dafür kein Gefühl entwickeln, war aber dankbar, endlich mal einem Schulmediziner gegenüber zu sitzen, der mich nicht für komplett verantwortungslos hielt, was mir ein gutes Gefühl gab!
    Ein weiterer guter Termin war der bei der biologischen Krebsabwehr in Hamburg.
    Die Gesellschaft für biologische Krebsabwehr ist in meinen Augen eine der tollsten Institutionen überhaupt was Krebserkrankungen angeht!
    Sitz der Gesellschaft ist Heidelberg, sie hat auch Außenstellen wie z.B. in Hamburg.
    Man kann dort kostenlos einen telefonischen Arzttermin vereinbaren. innerhalb von 1-2 Tagen wird man zurückgerufen. Ich fühlte und fühle mich dort so gut aufgehoben, da ich mit Ärzten sprechen konnte, die den ganzen klassischen schulmedizinischen Weg kennen, aber auch über den Tellerrand hinaus und sehr individuell auf den Patienten eingehen, und für mich ganz wichtig: ganzheitlich beraten. Ich fühlte mich nicht als Idiot, oder verantwortungslos, wie sonst den Ärzten gegenüber, mit denen ich zu tun hatte.
    Die ehrenamtliche Mitarbeiterin in Hamburg Frau Trautmann empfahl mir eine bestimmte Art des Qi-gongs (Guolin Qi-gong), was nachweislich bei Krebskranken zu guten Erfolgen führt (dazu mehr im Punkt Gesundheit, Bewegung)
    Ich bekam Infomaterial, hatte aber immer noch keine Idee, was ich machen sollte.

    Anfang November dann endlich der Termin bei Dr.Weber.
    (Zitat Buchrücken “Hoffnung bei Krebs”:
    Auf der Basis seines reichen Erfahrungsschatzes hat er eine eigene ganzheitliche Therapie entwickelt, die - flankiert von schulmedizinischer Behandlung und aktuellen Erkenntnissen zur Ernährung und Bewegung - bei der Wurzel des Übels, nämlich der Ursache der Erkrankung, ansetzt. Oft spielt die Psyche bzw. das Leben des Patienten eine entscheidende Rolle. Mittels einer speziellen Gesprächsbehandlung arbeitet Dr.Weber deshalb gemeinsam mit den Erkrankten an deren psychischer Verfassung und damit an ihrer Heilung.”)

    Er erklärte mir, wie aus seiner Sicht Krebs entsteht.
    ( “wenn die Zelle unter Druck kommt, unter erhöhten Druck, unter zu starken Druck (es gibt ein Zuviel an Strahlen, an Chemie oder an “psychosomatischen Stress”) - dann sucht die Zelle in ihren Datenbanken nach einer Lösung für diese Situation…
    Der Lösungsversuch des Körpers für eine solche Situation (zuviel an Strahlen, Chemie oder Psychosomatik) ist dann das Entstehen der Krebszelle.” S.38
    ….Der entscheidende biochemische Unterschied zwischen der normalen Zelle und der Krebszelle ist somit die Umschaltung von Zellatmung auf Zellgärung” S.42)
    Die Normalzelle wird unter Belastung ( “ich bin alleine, ich schaffe es nicht allein”) zur Ein-zelle. Sie “zieht sich sozusagen zurück” und wird zur Allein-zelle und schaltet im Stoffwechsel/ Überleben auf Zellgärung.

    Er empfahl mir
    Bestrahlung zu machen
    die Dr.Budwig-Diät
    Bewegung
    und sich mit ihm zusammen meine innerseelischen Vorgänge anzuschauen

    (“ es geht darum, Konflikte ausfindig zu machen, die im Leben des Patienten Stress auslösen…..Der Sinn der Gespräche ist, das psychosomatische Signal bzw die Signale ausfindig zu machen, die die Umwandlung von der Normalzelle in die Krebszelle auslösen” S. 166/167)

    Nach diesem Termin ging ich wie beschwingt nach Hause, weil ich tief in mir spürte: Ja, das ist es! Das ist der richtige Arzt für mich!

    In der gleichen Woche noch hatte ich einen Termin bei einem Heilpraktiker, Michael Kempf.
    Seine Theorie vom Krebsentstehen ähnelte sehr der von Dr.Weber, er erklärte mir den gleichen Ablauf, wie eine gesunde Zelle funktioniert, was passiert, wenn sie zur Krebszelle wird, usw… ( siehe auch: “Redifferenzierungstherapie in der Tumorbehandlung nach Dr.H.Kremer”)
    und sein Therapieansatz lautete: Immunsystem stärken, die gesunde Zellenaktivität stärken, Entgiftung, usw.
    Er erklärte mir aber auch, wie aus seiner Sicht Bestrahlung auf den Körper wirkt, dass es zwar Krebszellen kaputtmacht, aber auch genauso gesunde Zellen und Gewebe in Mitleidenschaft gezogen werden….
    Auch hier war ich wie euphorisiert nach dem Termin: es fühlte sich so richtig an, zumal Dr.Weber als auch Herr Kempf die gleichen Ansätze verfolgten!

    Zum ersten mal seit Wochen war ich glücklich, da ich wusste, was nun mein Weg war bzw. wer meine “Begleiter”!

    Nach einigem Hin-und-her hatte ich mich auch entschlossen, keine Bestrahlung zu machen. Es fühlte sich für mich einfach nicht richtig an.
    Dr.Weber war erst einmal erstaunt, sagte: dann aber: ok, akzeptiert! und hat mit der Therapiestunde weitergemacht.

    Als ich meinem operierenden Arzt im Krankenhaus mitteilte, dass ich weder Chemotherapie noch Bestrahlung mache, flehte er mich förmlich an, dann doch wenigstens die Antihormontherapie zu machen.
    Auch da kam ich bald zu dem Ergebniss, sie nicht zu machen. Bestärkt durch Dr.Weber und einem Telefonat mit einem Arzt der GfBK. (sie meinten beide, dass es mich von jetzt auf sofort in die Wechseljahre schicken würde und ich erstmal sowas wie ein sexuelles Neutrum werden würde….)


    Mein Therapieplan sah dann wie folgt aus:

    -”Psychische Arbeit” mit Dr.Weber
    -Ernährung
    Glukosereduktion
    Die Dr.Budwig-Diät, die mir Dr.Weber empfohlen hatte, hatte ich schon vorher ausprobiert. Dabei aber festgestellt, dass sie mir nicht sonderlich gut bekam (wahrscheinlich auch wegen der später festgestellten Lactoseunverträglichkeit).
    Zudem war mir das im Herbst zu “kalt”.
    Stattdessen nahm ich aber die von Dr.Budwig empfohlene Leinöl-Eiweiss-Kombi in Form von Proteinpulver und Leinöl ein.
    Mein Heilpraktiker empfahl mir dann nach dem Stoffwechselprogramm gesund+aktiv vorzugehen, das ich “lustigerweise” schon Jahre vorher einmal ausprobiert hatte, um abzunehmen. (Das Blut wird untersucht und daraufhin ein ganz eigener, persönlicher Ernährungsplan erstellt, der die Stoffwechseloptimierung zum Ziel hat)
    20%tige rechtsdrehende Milchsäure
    (mehr unter “Food”)
    -Immunsystem-/Zellenstärkung
    Eigenbluttherapie mit Glutathion
    Misteltherapie
    ProCurmin/ Dialvit44/ Q10/ B12
    Vitamin D3 hochdosiert
    -Ausleitung Schwermetalle/ Entgiftung
    mit entsprechenden homöopathischen Mitteln
    -Sport
    als dies nach der OP wieder möglich war:
    3-4 mal die Woche Joggen
    (“Studien zufolge beträgt der Überlebensvorteil bei regelmäßiger körperlicher Aktivität mit mehr als drei Stunden wöchentlich 50 bis 60 %. Damit ist körperliche Aktivität wirksamer als jegliche schulmedizinische Therapie und wichti- ger als ein Krebsmedikament!” Infoblatt GfBK)
    Krebs-Qi-gong:
    An der VHS-Hamburg machte ich den Qi-Gong-Kurs, der mir von Frau Trautmann von der GfBK empfohlen worden war. Erst ein Wochenendkurs, um dann in den laufenden wöchentlichen Kurs einzusteigen. Da ich kurz nach der OP noch nicht joggen konnte, war ich froh etwas anderes “tun zu können”! (dies Art von Qi-Gong ist eine “Geh-Übung”mit entsprehcnende Armbewegungen und spezieller Atemtechnik ----> viel Sauerstoff für die Zellen!)
    Nach einiger Zeit fühlte ich mich damit aber nicht so 100%wohl, was noch verstärkt wurde, als ich von Jugendlichen im Park nachgeäfft wurde. In solchen Momenten wurde mir dann sehr bewusst, wie dünnhäutig und leicht “verletzlich” die ganze Krebsgeschichte mich gemacht hatte.
    Und da ich dabei war zu lernen “nein” zu sagen, auf mich und meine Bedürfnisse zu hören, beschloss ich, es beim joggen zu belassen. Auch wieder ein Punkt, in mich hineinzuhören und nach meiner ganz eigenen Stimmigkeit zu gehen, auch wenn mir das Qi-Gong so empfohlen worden war.

    -später kam noch Lymphdrainage hinzu
    (bei der OP wurden Lymphknoten entnommen, dadurch kam es zum Lymphstau und einem schmerzenden angeschwollenen Arm)

    Lebensfreude:
    was ich schon immer tun wollte:
    Eiskunstlauf und Swingtanzen lernen


    Von der 1. bis zur 2.OP


    6 Monate nach der 1.OP stand der 1. Mammographiecheck an. (20.4.2010)
    Eigentlich hätte ich 6 Wochen nach der OP eine Mammographie machen lassen sollen. Da aber zu dem Zeitpunkt beide Brüste noch so geschwollen waren, konnte ich mir einfach nie und nimmer vorstellen , sie zusammenquetschen zu lassen.
    Ich weiss nicht mehr, ob ich es dann verdrängt hatte, oder weil ich gelesen hatte, dass die Strahlung bei der Mammographie auch nicht gerade unbedenklich ist….
    Auf jeden Fall bin ich erst dann nach 6 Monaten zur Röntgenärztin.
    Dieser Termin war einer der schlimmsten überhaupt.
    Nachdem sie festgestellt hatte, dass in der linken Brust Mikroverkalkungen zu sehen waren, hat sie mich beschimpft, ich sei total verantwortungslos und ich solle jetzt doch endlich mal Verantwortung für mich übernehmen und endlich etwas tun, das würde alles gar nicht gehen, usw.
    Da es bereits 6 Monate nach der OP waren , konnte sie nicht genau sagen, ob das jetzt alter DCIS sei, oder neue Mikroverkalkungen.
    Um die aktuelle Ausdehnung des vermutlich vorhandenen DCIS zu beurteilen, schickte sie mich zur Kernspintomographie.
    Sie riet mir aber vorher schon zur erneuten Operation..
    Ich war fix und fertig. Natürlich wegen der Ergebnisse ( was, wenn das nicht altes, bei der OP übersehenes “Zeug”war, sondern mein Körper neues bildete? Musste ich dann meine ganze Therapie in Frage stellen?) Und aber auch weil die Ärztin mich so beschimpft hatte, und somit natürlich meine Unsicherheit genährt hatte.
    Kernspintomographie 26.4.2010
    Eine gute Nachricht war schon mal, dass die rechte Brust unauffällig war!
    links:
    “MR-tomographisch keine nachweisbare residuelle DCIS-Manifestation, die allerdings angesichts der mammographisch sichtbaren Mikroverkalkungen dennoch vorliegen könnte.”
    Und dann noch eine unklare 0,8 cm messende Gewebsformation, die in der Voruntersuchung 09/2009 auch schon zu sehen war.

    Wieder grosse Verunsicherung, und auch Angst. Was sollte ich tun? Was ist richtig?
    Da ich keine Lust hatte, wieder an meiner linken Brust rumschnippeln zu lassen, damit sie noch kleiner werden würde, und was wenn dann wieder etwas übersehen wird und nochmal geschnitten werden muss und so weiter…. dann bleibt am Ende nichts mehr von der Brust übrig.
    Somit überlegte ich mir, beide Brüste ausräumen zu lassen. Subcutane Mastektomie nennt man das.
    Schon im Internet las ich, dass es da verschiedenste Techniken und Ansätze gab.
    Was mir dann bei verschiedensten Arztbesuchen bestätigt wurde.
    einige Beispiele:
    -der Latissimus-Muskel aus dem Rücken wird nach vorne über ein Silikontransplantat gelegt, (hat den vorteil, dass das Implantat nicht direkt unter der Haut ist. sieht natürlicher aus.)
    - es wird ein Gewebestück aus dem Po entnommen und in die Brust gesetzt
    -es wird ein Gewebestück aus dem Bauch entnommen und in die Brust gesetzt
    -nur Silikonimplantate
    Dann wieder die Frage, können die Brustwarzen erhalten bleiben oder nicht.
    Einige Ärzte waren der Meinung: nein, Risiko zu hoch und legten mir gleichzeitig wieder unbedingt eine Chemo nahe ( diese Termine waren die schlimmsten. Suggerierten sie mir doch jedesmal: mein Weg stimmt nicht, und verunsicherten mich somit jedesmal. )

    Nach Absprache mit Dr.Weber fasste ich den Entschluss, abzuwarten.
    Denn selbst wenn die Mikroverkalkungen ein DCIS wären, können sie nicht streuen, da sie kein Tumor sind.
    Sehr bestärkt und auch beruhigt hat mich ein 10tägiges Intensiv-Seminar bei Dr.Weber, das auf Mallorca stattfand. (Gesprächstherapie, Körperarbeit, Visualisierung, Gespräche mit anderen Patienten usw.)
    Ich bekam wieder Selbstvertrauen zu mir und meinem Weg!

    Bei der Mammographie 6 Monate später ( dann bei einer anderen Ärztin, die mich verstehen konnte und meinen Weg akzeptierte) war es dann leider so, dass die Mikroverkalkungen immer noch da waren. Ich hatte ja insgeheim gehofft, dass sie sich durch die ganze “Arbeit an mir” aufgelöst hätten.
    Ich gab mir nochmal 6 Monate, aber mit dem Entschluss, wenn sie noch da sind oder die “Punkte” mehr geworden sind, dass ich dann die Brust ausräumen lasse. Die psychische Belastung zehrte zeitweise doch sehr an den Nerven.
    Als dann in der Mammographie im Frühjahr 2011 festgestellt wurde, dass die Mikroverkalkungen mehr geworden sind, und der Ultraschall zeigte, dass die unklare Stelle/Gewebsformation grösser geworden war, konnte ich nicht mehr. Nun war klar: OP

    Ich entschied mich zu einer linksseitigen Subcutanen Mastektomie mit DIEP, d.h. aus dem Bauchgewebe wird ein Gewebestück entnommen und in die vorher ausgeräumte Brust eingesetzt. Da war für mich auch klar, das nur von einem plastischen Chirurgen machen zu lassen. Muss ich auch im Nachhinein sagen, ich würde alle Brustoperationen, in welcher Form auch immer, viel eher vom plastischen Chirurgen machen lassen, als vom Gynäkologen….. meine Meinung.
    Als ich den OP-Termin schon hatte, wurde auf Anraten aber doch noch eine Stanzbiopsie durchgeführt.. Und wieder: bössartig!
    Das war auf gut deutsch ein Schlag in die Fresse. War ich doch so überzeugt von meinem Therapieweg gewesen, stellte ich nun doch so einiges in Frage.
    Dr.Weber gab mir da aber eine gute Antwort:
    Er erzählte mir ein Beispiel von sich selbst: Als seine Augen deutlich schlechter wurden, erkannte er, dass er irgendetwas “nicht sehen möchte” und forschte intensiv therapeutisch nach. Musste aber dann feststellen, dass der Körper manchmal einfach schneller als die Psyche ist, und es dann gut ist, die heutigen Möglichkeiten der Medizin, sprich in seinem Fall Operation, zu nutzen.
    Meine Themen waren also wohl trotz Therapie und Erkenntnissen immer noch “am Start”.

    2.OP und danach

    Verunsichert durch den 2.Tumor nahm ich wieder Kontakt mit der GfBK auf.
    Sie schickten mir nochmal ausführliches Infomaterial zu. Unter anderem auch die Möglichkeit der Tumorimpfung. Das erschloss sich für mich als richtig, das wollte ich machen. Im Vorfeld muss dazu abgeklärt werden, dass das Tumormaterial sofort tiefgekühlt nach der Entnahme an ein Labor zur Aufbereitung des Impfstoffes geschickt wird. (mehr info siehe unter: biokrebs.de)
    Leider konnte das Impfen dann bei mir nicht gemacht werden, da das Tumormaterial zu wenig für die Impfstoffherstellung war.

    Die OP war dann am 9.05.2011
    Insgesamt dauerte diese OP 8 Stunden.
    Ich muss aber sagen, dass ich das alles wirklich gut überstanden habe.
    Was aber richtig schlimm für mich war, dass die Brustwarze komplett weggeschnitten wurde…. Durch das Aushöhlen der Brust, wäre nicht sichergestellt gewesen, dass sie ausreichend durchblutet wird, dh sie hätte dann auch schwarz werden und absterben können. Daher wurde mir geraten, sie wegzuschneiden.
    Für mich kam das einer Beschneidung gleich. Schrecklich.
    (ein gutes halbes Jahr hatte ich dann eine “Mutanten”-brust. Da wo normalerweise der Nippel ist, war nur noch Haut. Im Januar 2012 wurde der Nippel dann nachkonstruiert.
    Später wurde auch noch kosmetisch mit Tattoonadel korrigiert, so dass das ganze zumindest optisch gut geworden ist. Er ist aber halt komplett gefühllos.)

    Einen weiteren Einbruch gab es dann nach einer Woche im Krankenhaus, als die Ärzte sagten, es müsste noch einmal nachoperiert werden. (eine "prophylaktische Nachresektion", da an einer Stelle der “Sicherheitsabstand” zu dem herausoperierten Resektates nicht gegeben war)
    Wieder gepieckse, wieder Narkose…..heul!)
    Aber auch diese OP verlief gut und ein paar Tage später konnte ich aus dem Krankenhaus raus.
    Klar dauerte es schon eine ganzen Zeit bis ich wieder fit war, aber 6 Wochen nach der OP konnte ich wieder arbeiten.

    Nach der 2.OP:

    Jetzt stellte sich für mich erneut die Frage, ob es nicht doch besser wäre die Antihormontherapie zu machen.
    Nach einem ausführlichen Gespräch mit einem Arzt der GfBK kam ich dann aber zu dem Entschluss, es auch jetzt nicht zu machen.
    Er bestätigte mir nochmal, dass ich wohl sofort in die Wechseljahre “geschmissen”werden würde.
    Zudem kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
    Die Entstehung von Krebs der Gebärmutterschleimhaut wird gefördert, Netz-und Hornhautschäden am Auge können entstehen, die Chance von gefährlichen Thrombosen und Schlaganfällen nimmt zu, der Abbau des Antihormons stellt eine Belastung der Leber dar - 6-fach erhöhter Anstieg von Leberkrebs bei Tamoxifen-Einnahme von länger als 2 Jahren)

    Wichtig zu erwähnen, finde ich, was mir auch mein Arzt im Krankenhaus nicht gesagt hat, durch Bestimmung eines bestimmten Enzyms, dem CYP2D6, kann man feststellen, ob Tamoxifen in der Leber überhaupt zum aktiven Stoffwechselprodukt umgewandelt werden und damit wirksam werden kann!
    Somit könnten Frauen, die die Antihormontherapie machen möchten und sich damit gut fühlen, zumindest testen lassen, ob es für sie überhaupt die gewünschte Wirkung hat, anstatt 5 Jahre lang “umsonst” ein Medikament zu nehmen, mit den oben genannten evtl. Nebenwirkungen! ( siehe Infoblatt der GfBK “Antihormonelle Therapie bei Brustkrebs”)
    Eine ebenfalls betroffene Patientin hatte mir von Indol-3-Carbinol anstatt Tamoxifen erzählt. ( Es wird gewonnen aus höchstreinem bioaktivem Broccoli-extrakt und schützt gegen hormonabhängige Krebsarten)
    Zu Indol-3-Carbinol empfahl er mir energetische Tests zu machen, ob das das richtige für meinen Körper sei, oder nicht.
    Der Test ergab ja.
    Mittlerweile wird auch auf der Seite von der GfBK Indol-3-Carbinol empfohlen.

    Als ich mich nach der Operation wieder gut erholt hatte und auch wieder arbeiten konnte, machte ich mit meinem mittlerweile normal gewordenen “Programm” weiter:
    Sport, gesunde Ernährung, Einnahme einiger Ergänzungsmittel (Vitamin D3, Indol-3-carbinol, Curmin. etc… je nachdem auch was der halbjährliche Bluttest ergab) und Psychotherapie.
    Ich fühlte mich gut, aber die Angst, dass der Krebs wiederkommen könnte, lief immer unterschwellig mit. Aber ich glaube, dass geht jedem Krebskranken so.



  • so war der blog nicht gedacht

    11.12.2016

    tja, eigentlich heisst der blog ja pretty healthy und war dazu gedacht von meiner längst überwundenen Krebserkrankung zu erzählen und wie mein Leben heute so ist.

    Seit einer Woche ist "pretty healthy" sehr relativ geworden:

    Ich war wegen einer ganz anderen Geschichte beim Arzt, dort ist dann bei mehreren Untersuchungen festgestellt worden, dass ich Flüssigkeit in der Lunge habe und einen Tumor am Eierstock. Beides mit Krebszellen. Die Lunge ist seitdem 3x punktiert worden. Letzten Donnerstag ist der Tumor entfernt worden und jetzt warte ich bis die Laborergebnisse kommen.

    Am Mittwoch erfahre ich dann wohl, was genau das für ein Krebs ist. Entweder Brustkrebsmetastasen oder neuer Eierstockkrebs. Und dann wird es wohl auch den Therapieplan der Ärzte geben.
    Ich hoffe das Beste und rechne mit dem schlimmsten.Diese Wartezeit hier macht mich fertig. Zumal seit heute die Atmung auch wieder schlechter ist, das heisst die Flüssigkeit in der Lunge ist wohl wieder mehr geworden.
    Meine Gefühlslage gleicht einer Achterbahn: mal voller Zuversicht, dass ich das alles gut schaffen werde, egal was kommt. Dann totale Panik, dass ich nicht mehr lange hab und mich mit dem Sterben konfrontieren muss….

    Komische Gefühle…

    Hatte heute ein sehr tolles Telefongespräch mit Cornelia Kuppe, die ich beim Mallorca-Seminar 2010 kennengelernt hatte. Sie hat seit über 15 Jahren Krebs und lebt damit!!!! Was ein Vorbild! Sie sagt, dass sie einfach immer wieder bei sich selber gucken muss: wann/wo überlastet sie sich, was tut ihr nicht gut… wo macht sie sich klein…. wann steht sie nicht zu sich… und so weiter….
    Das hat mir sehr viel Mut gegeben! Ich möchte, was auch immer jetzt kommt, meine innere Stimme finden und ihr vertrauen! das ist das Beste was ich machen kann!